Name that Movie!
Thursday, November 19th, 2009
Paul Rogers zeichnet Panels, die mit jeweils sechs Bildern einen Film beschreiben.
19.10.’11
Meine Schwester
20.15h, ORF2

Paul Rogers zeichnet Panels, die mit jeweils sechs Bildern einen Film beschreiben.
43 Essential 3rd Act Twists, mit einer Einteilung nach Genres und einer eigenen Spalte für “Shyamalan” und noch einer für “Double-Shyamalan”!
(via BoingBoing)
Das Stöbern im BAFTA YouTube Kanal hat mich dazu gebracht über den Tellerrand zu schauen und zwar hinüber zu den KollegInnen im Schneideraum. Wie viel die mit Dramaturgie zu tun haben, fällt mir ja immer erst dann auf, wenn ich mich – was leider selten genug vorkommt – mit einem Editor über seinen Beruf unterhalte oder auf ein Interview wie dieses stoße, in dem der Editor Pietro Scalia über eine Szene aus “Good Will Hunting” spricht und begründet, weshalb es darin ganz lange keinen Schnitt gibt.
Außerdem gab es bei der Tagung FilmStoffEntwicklung 09 ein sehr gutes Panel, bei dem meine Kollegin Kyra Scheurer mit Andrew Bird, dem Editor von Fatih Akin u.a., über den Schnitt von AUF DER ANDEREN SEITE sprach. Spannend war es unter anderem deshalb, weil das Drehbuch sehr gut war und bei allen Lesern starken Anklang fand. Bis man im Schnitt herausfand, dass sich im Film vieles von dem was beim Lesen eindeutig erschien schlichtweg nicht übertrug. Und man den Entschluss fasste, das Material dramaturgisch völlig neu anzuordnen.
Diejenigen die mich kennen wissen, dass ich ein großer Fan der Serie LOST bin. (Wobei sie in den letzten Monaten auf meiner persönlichen Bestenliste starke Konkurrenz durch MAD MEN, TRUE BLOOD und kürzlich auch durch FLASH FORWARD bekommen hat).
Die britische Filmakademie hat eine LOST Masterclass namens “BAFTA gets LOST” mit den LOST Autoren Damon Lindelof und Carlton Cuse und dem Regisseur Jack Bender veranstaltet, die man in 7 kurzen Teilen auf Youtube ansehen kann. Darin geht es um die Entstehung der Serie, den Arbeitsprozess im Scriptdevelopment und das Inszenieren. Und jeder der drei erzählt, wie seine Karriere begann.
Hier der Clip, in dem Carlton Cuse erzählt, wie er Drehbuchautor wurde.
Ich sehe übrigens gerade dass der BAFTA Kanal auf Youtube eine wahre Fundgrube ist. Ich bin dann mal stöbern.

Während ich dem Start von WHERE THE WILD THINGS ARE entgegenfiebere, entdecke ich immer mehr Spuren des Filmprojekts im Netz. Der Film ist auf allen sozialen Netzwerken vertreten, sodass man immer über neue Trailer, den Soundtrack und Fotos informiert ist. Das ist praktisch.
Wirklich schön ist aber das Weblog We love you so. Darin geht es um alles was den Film beeinflusst, zu seiner Entstehung beigetragen und mit seiner Veröffentlichung zu tun hat. Die Postings schreien einen dabei nicht laut werbend an, sondern sind genauso sympathisch wie das langwierige Projekt insgesamt daherkommt.
Hier übrigens der neue Trailer, in dem man Max und die Kerle zum ersten Mal wirklich sprechen hört. Woran ich mich erst noch gewöhnen muss. Ich fand ja den Teaser atmosphärischer. Aber interessant, wie sich im neuen Trailer das emotionale Thema des Films durchzieht:
Diejenigen, die hier mitlesen haben es ohnehin schon herausgehört, aber es ist mir ein Bedürfnis, hier einmal mein dramaturgisches Glaubensbekenntnis anzubringen.
Ich glaube daran, dass selbst das größte Talent erst in Verbindung mit einem fundierten Handwerk zum Blühen gebracht werden kann.
Ich will durch einen Film berührt werden. Ich bin ein Mensch voller Emotionen und will diese auch erleben dürfen, wenn ich einen Film ansehe.
Ich will mich nicht langweilen, weder spannungstechnisch noch intellektuell. (Auch scheinbar banale Fernsehformate können zumindest emotional anspruchsvolle Konflikte transportieren. Wenn man sich in der Stoffentwicklung dafür Zeit nehmen kann und AutorIn und ProduzentIn das auch wollen.)
Ich glaube daran, dass sich Anspruch und Unterhaltung nicht ausschließen.
In der Drehbuchanalyse geht es mir zunächst immer um die Figuren und das emotionale Thema der Geschichte. Struktur ist auch wichtig, aber erst wenn das emotionale Fundament der Geschichte trägt.
Und zuletzt: Simple story, but complex characters. Und bitte nicht umgekehrt.
Obwohl ich die ersten drei Septemberwochen auf Urlaub bin, wird es hier weitergehen. Ich werde unter anderem eine Reihe von Artikeln zum Thema “Pitchen” vorbereiten, die auf einen Vortrag zurückgehen, den ich im Mai 2009 an der Wiener Filmakademie gehalten habe.
Als Einstimmung folgendes Video, das uns lehrt wie das in Amerika mit dem Pitchen geht:
Man braucht 10.000 Stunden Übung, um in etwas wirklich gut zu sein. Egal was. Drehbuchschreiben zum Beispiel. 10.000 Stunden. Das sagt zumindest Malcolm Gladwell in seinem Buch Outliners. Ich finde den Gedanken einerseits abschreckend, weil 10.000 Stunden ganz schön viel sind, und andererseits faszinierend, weil es eben zeigt, dass kein Genie vom Himmel fällt, sondern dass immer viel Arbeit dahintersteckt. Arbeit, die aber im Idealfall Spaß macht, weil man nicht anders kann als weiterzuschreiben (oder Drehbüchern auf den Grund gehen, in meinem Fall).
Blake Snyder, Drehbuchautor, -berater und Autor des Buches “Save The Cat” hat in seinem Posting am 4. August sehr motivierend darauf Bezug genommen. Ich habe damals gleich einem befreundeten Autor den Link zu dem Artikel geschickt, weil wir ein langes Gespräch hatten über den Prozess des Schreibens, wie man sich weiterentwickelt und aus Fehlern lernt, und dass nichts verlorene Zeit ist, solang es mit dem zu tun hat, was man leidenschaftlich macht. Am nächsten Tag ist Blake Snyder überraschend gestorben. Dieser Artikel war der letzte Eintrag in seinem Weblog, und ich habe ihn immer noch nicht aus meinem Feedreader gelöscht.
Achtung, der Folgende Link ist ein bisschen versaut und enthält eine Menge “Dirty Talk”, deswegen ist das nicht unbedingt was für Arbeitsplätze mit strengen Chefs und Internetüberwachung!
Es geht nämlich um Folgendes: Was zum Teufel redet man im Bett? Also wenn zwei Menschen Sex haben, um genau zu sein. Meistens redet man gar nichts, das stimmt schon. Aber wenn ich so auf diese Website blicke, dann eröffnen sich ungeahnte Dialogmöglichkeiten. (Vor allem für Komödien.)
>> Said In Bed.
Das perfekte Verbrechen durch das geschickte Ausnutzen einer deutschen Gesetzeslücke. Ein wirklich origineller Fall, muss ich neidlos anerkennen. Und noch dazu real. Wenn das kein Filmstoff ist.