Über den Tellerrand hinausschauen
Monday, January 24th, 2011Es ist ja so, dass ich die Weisheit nicht mit dem Löffel gegessen habe. Auch wenn man nach einigen Jahren so einiges verstanden hat – man lernt nie aus.
Deswegen verweise ich wieder mal auf einen Beitrag von Daniel Martin Eckhart, der darüber schreibt was passiert, wenn man als AutorIn bestimmte Genres für sich kategorisch ausschließt, und zwar nicht nur beim Schreiben sondern generell. Ich kenne das sehr gut und – tut mir leid, aber das ist wirklich meine Erfahrung – es fällt mir besonders bei AutorInnen auf, die entweder nur im extremen Arthousebereich oder nur im extrem kommerziellen Bereich tätig sind. Und genau da muss ich mich auch selbst an der Nase nehmen.
Ich muss nämlich zugeben, dass ich zum Beispiel mit Horrorfilmen wenig anfangen kann, und zwar ganz banal deshalb weil ich mir schwer tue sie anzusehen. Weil ich mich nämlich viel zu sehr fürchte. Richtige Horrorstoffe habe ich auch sehr selten auf dem Tisch, eher Thriller und Suspense, wo der “Horror” aus dem Zusammenspiel der Figuren kommt und weniger von äußerlichen blutigen Plotpoints. Aber ich könnte vermutlich sehr viel üebr Spannungsaufbau lernen, und das ist ja auch bei allen anderen Genres relevant.
Aber jetzt zitiere ich Daniel Martin Eckhart:
Even if you can’t stand getting scared and have stayed away from horror for that very reason – get over it! Rent them, watch them, get scared – then analyze and learn. You’ll probably still never write a horror film – but the professional writer in you has just become more rounded, more experienced, more versed.
Learn to not think “genre”, but “story” instead. As a writer, you couldn’t possibly want to exclude yourself from some of the greatest stories ever told.
Und er hat wieder mal recht. Ich kann in einer guten Romantic Comedy oder einem Horrorfilm ein dramaturgisches Mittel kennenlernen, das ich woanders verwenden kann. Auch wenn ich nie eine Romcom oder einen Horrorfilm schreiben werde.
Also, was sind die 5 besten Horrorfilme, die ich mir anschauen muss weil ich dort dramaturgisch etwas lernen kann?
Ach so, und noch ein Tip: Ich bilde ja immer Kinogemeinschaften. Ein Freund von mir ist der Komödienexperte und nimmt mich dorthin mit. Mit einem anderen, der viele Arthousefilme ansieht gehe ich wiederum in die Hollywood Blockbuster. Wieder andere erzählen mir so enthusiasmiert von bestimmten Arthousefilmen oder Experimentalfilmen, dass ich sie unbedingt ansehen muss. Ich versuche offen zu sein, nicht zu werten und vor allem immer neugierig zu bleiben. Wie erreicht der Film was er erreichen will? Wie unterschiedlich kann man Geschichten erzählen? An welchen Stellen reagiert das Publikum? Wieso? Was kann ich für meine Arbeit mitnehmen? Dadurch habe ich schon manche Entdeckungen gemacht. Denn mit einem hat Daniel Martin Eckhart verdammt recht:
If you’re a writer and you exclude an entire genre – you are, in fact, messing with your profession, your craft, your goals, your future, you’re messing with what you might one day become – the best there is.
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