Der Kurzfilm SIX MILLION AND ONE ist abgedreht und ist schon in der Drehbuchentwicklung zu einem Projekt geworden an dem mir persönlich sehr viel liegt. Unter anderem weil die Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert. Der Asylwerber Bakary J. wurde 2006 nach dem gescheiterten Versuch ihn abzuschieben von drei Polizisten gefoltert und mit dem Tod bedroht. In Österreich, einem demokratischen westlichen Land.
Ich könnte jetzt ins Detail gehen was danach alles noch passiert ist (den beteiligten Polizisten kaum etwas, aber das ist eine andere empörende Geschichte die man hier nachlesen kann), und wie wütend mich das macht. Aber im Moment geht es um etwas anderes:
SIX MILLION AND ONE befindet sich jetzt in der Postproduktion, und es fehlt noch ein wenig Geld um alles so umzusetzen wie wir uns das vorstellen. Dafür wird via Croudfunding auf Indiegogo gesammelt.
Ab 10$ könnt ihr das Projekt unterstützen. Das sind ungefähr 7,50€, also der Gegenwert von zwei Halben Bier (oder Aperol Spritz, oder was ihr sonst gern beim Fortgehen trinkt). Wenn ihr mehr spenden wollt hat natürlich auch niemand etwas dagegen.
Auf Indiegogo findet ihr eine außerdem Buttons mit denen ihr die Kampagne auf Facebook, Twitter usw. teilen könnt. Das wäre auch eine große Hilfe. Danke!
In eigener Sache: Der Kurzfilm SIX MILLION AND ONE, der auf einem realen Fall von Polizeigewalt und -willkür in Österreich basiert, ist abgedreht. Das Projekt liegt mir sehr am Herzen und ich würde mich freuen wenn ihr die Crowdfundingkampagne auf Indiegogo unterstützt, damit der Film so fertiggestellt werden kann wie wir uns das wünschen. Links und Hintergründe findet ihr in diesem Post auf dem Blog. Danke!
Es gäbe viele Links zum Thema Frauen im Film. Und zahlreiche Statistiken darüber wie unterrepräsentiert Frauen in den meisten Bereichen der Branche sind. in Österreich und weltweit.
Ich weise hier nur mal auf die Plattform Woman Make Movies hin, und auf deren Youtube-Kanal mit Trailern von Filmen von Frauen und über Frauen.
Und hier ist die Homepage des FC Gloria, eines Vereins von und für Frauen in Filmberufen in Österreich.
Am wichtigsten ist aber vielleicht dieses Video über den Bechdel-Test. Um den Test zu bestehen muss ein Film drei einfache Regeln bestehen:
Kommen in dem Film zwei oder mehr Frauen vor die Namen haben?
Sprechen diese Frauen miteinander?
Sprechen sie über etwas anderes als über Männer?
Es ist wirklich erstaunlich wie viele Filme den Bechdel-Test nicht bestehen. Daher ein Aufruf an alle AutorInnen die hier mitlesen: Wendet den Test auf eure Drehbücher an. Und wenn eure Geschichte den Test nicht besteht, ändert es, auch wenn es nicht auf Gegenliebe stößt. Versucht es zumindest.
Hier ist das Video das den Test erklärt:
Und hier wird der Test auf die Oscarfilme von 2012 angewandt:
(Leider funktioniert die Größenveränderung vom Einbetten des Videos hier im Blog nicht so wie ich das möchte, deswegen müsst ihr hier klicken um den Talk anzusehen.)
“Do your own research. Don’t just rely on movies and TV shows with similar settings to yours. You can’t build a unique world out of someone else’s materials.”
Dieser Ratschlag steht bei den wie immer großartigen Screenwriting Tips, und es gibt wenig bei dem ich mehr in Kopfnicken ausbreche als bei diesem Satz. Besonders bei DrehbuchautorInnen mit wenig Erfahrung fällt mir auf dass die Struktur der Geschichten zwar oft wirklich gut konstruiert ist und der Plot den Genreerwartungen entspricht, aber die Figuren fühlen sich manchmal klischeehaft und innerlich leer an.
Jetzt bin ich ja generell ein Mensch der zuerst von den Figuren und vom emotionalen Thema ausgeht und nicht von der Struktur (manche machen das ja umgekehrt), und deswegen irritiert mich das umso mehr. Wenn in der Drehbuchbesprechung dann immer wieder der Satz fällt “Ja, aber im Film XY hat das ja auch so funktioniert” werde ich sehr hellhörig. Das kann in Ausnahmefällen auf äußere dramaturgische Kunstgriffe zutreffen, aber meiner Erfahrung nach funktioniert es nie mit Figuren. Die kann man kaum von Film A nach Drehbuch B übertragen ohne dass es konstruiert wirkt.
Meistens bessert sich das wenn die AutorInnen in Klausur mit ihren Figuren gehen und ihnen mal ein paar Stunden zuhören was die von sich aus so zu erzählen haben. Ich stelle mir manchmal vor dass mich eine Figur an ihren Lieblingsort führt und mir bei ihrem Lieblingsgetränk erzählt wie es ihr so geht. Und zwar wie es ihr wirklich geht, hinter der Fassade, und warum. Quasi Therapiesitzung. Man erfährt dabei so unglaublich viel, es ist erstaunlich. Und die Gefahr von generischen Figuren und Klischees ist auch gebannt.
p.s.: Achso, natürlich gibt es auch den Fall von zu viel Recherche. Aber das hebe ich mir für einen anderen Artikel auf.
Über einen Facebooklink habe ich jetzt erst entdeckt dass gerade die erste Nummer eines neuen Printmagazins herausgekommen ist. Es heißt torrent. Magazin für serielles Erzählen und es geht um eine meiner großen Leidenschaften, nämlich um die Fernsehserie. Und wer MAD MEN am Cover hat, der hat bei mir ohnehin schon gewonnen.
Ich habe mich gerade ein bisschen durch die Website geklickt und freue mich auf die erste Ausgabe von meinem gerade bestellten Jahresabo. (Schön dass es neben Cargo, ray und Schnitt jetzt noch ein interessantes Filmmagazin gibt. Einen Wunsch hätte ich jetzt aber: Bitte macht iPad-Ausgaben. Ich habs nicht mehr so mit Papier, was Zeitschriften betrifft. – Ja, ich weiß, das ist zu aufwändig für so kleine Verlage. Aber wünschen tu ich es mir trotzdem.)
Ich bin kein Comicfan und kenne mich im Marvel-Universum nicht so wirklich aus. Aber IRON MAN mag ich sehr gerne (also Teil 1, Teil 2 war ja… naja), und Stellan Skarsgård spielt mit. Ich werde mir THE AVENGERS anschauen. (Aber THOR, CAPTAIN AMERICA und die HULK Filme muss ich vorher nicht nachholen, oder?)
Hier meine Tipps wer heute Nacht einen Oscar heimtragen wird. Was nicht heißt dass das immer meine persönlichen Favoriten sind, aber bei Tippspielen geht es ja darum so viele Gewinner wie möglich zu erraten. Und was tippt ihr so?
Best Picture: The Artist
Best Director: Michel Hazanivicus, The Artist
Best Actress: Meryl Streep, The Iron Lady
Best Actor: George Clooney, The Descendants
Supporting Actress: Jessica Chastain, The Help
Supporting Actor: Christopher Plummer, Beginners
Best Original Screenplay: Woody Allen, Midnight in Paris
Best Adapted Screenplay: Alexander Payne, Nat Faxon and Jim Rash, The Descendants
Best Foreign Feature: A Separation
Best Animated Feature: Rango
Cinematography: The Tree of Life, Emmanuel Lubezki
Makeup: The Iron Lady, Mark Coulier and J. Roy Helland
Music (Original Score): Hugo, Howard Shore
Music (Original Song): “Man or Muppet” from THE MUPPETS
Art Direction: Hugo, Dante Ferretti (Production Design); Francesca Lo Schiavo (Set Decoration)
Costume Design: The Artist, Mark Bridges
Short Film (Animated): The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore, William Joyce and Brandon Oldenburg
Short Film (Live Action): The Shore, Terry George and Oorlagh George
Film Editing: The Artist, Anne-Sophie Bion and Michel Hazanavicius
Sound Editing: Drive, Lon Bender and Victor Ray Ennis
Sound Mixing: Hugo, Tom Fleischman and John Midgley
Visual Effects: Rise of the Planet of the Apes, Joe Letteri, Dan Lemmon, R. Christopher White and Daniel Barrett
Documentary Feature: Paradise Lost 3: Purgatory. Joe Berlinger and Bruce Sinofsky
Documentary Short: Saving Face, Daniel Junge and Sharmeen Obaid-Chinoy
Wie jedes Jahr werde ich einen Live-Ticker zur Oscarnacht bloggen. Da dieser aber nicht filmspezifischer sondern eher privater Natur ist (Die Kleider! Die Frisuren! Der Red Carpet!) findet ihr ihn drüben auf meinem persönlichen Blog. Schaut doch vorbei, lest mit und kommentiert wenn ihr Lust habt.