Ich bedanke mich bei allen, die mir durch ihre interessanten Projekte ein spannendes, arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr 2009 ermöglicht haben und freue mich auf ein ebenso abwechslungsreiches nächstes Jahr!
Zwischen 21.12.2009 und 10.1.2010 lädt Scriptalicious die Batterien auf und schließt deshalb das Büro.
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins futuristisch klingende 2010 wünscht
Ines Häufler
P.S.: Ich habe gerade entdeckt, dass Oliver Schütte und Frank Zeller auf ihrer Seite Stichwort Drehbuch einen Mitschnitt der Podiumsdiskussion “Welche Storys braucht das Land” von FilmStoffEntwicklung 09 online gestellt haben, an der ich auch beteiligt war. Ich wünsche viel Vergnügen, hier findet man den Podcast. Und hier kann man ihn via iTunes herunterladen.
Ihr kennt sicher alle die Stelle in dem Film ADAPTATION, wo Nicholas Cage als schreibblockierter Drehbuchautor verzweifelt mit tausend weiteren Autoren im Seminar von Robert McKee sitzt und sich zur Schnecke machen lässt (solltet ihr das nicht kennen, bitte schleunigst nachholen; ich liebe die Stelle ab 1:44 min. im unteren Video).
Jedenfalls endet die Sequenz in einer Bar, wo Nicolas Cage Robert McKee ausquetscht, dieser einige Allgemeinplätze sagt und dann (sinngemäß) mit der Weisheit herausrückt, dass es eigentlich bloß auf das Ende des Films ankommt: Wenn das großartig ist, werden die Leute alle Fehler vergessen, die im ersten und zweiten Akt vorgekommen sind.
Nun habe ich das bis dato immer geflissentlich ignoriert, weil ich ja überzeugt bin, dass alles gut sein sollte, nicht nur der Schluss. Aber beim Querlesen eines Buches namens “Ins Glück stolpern” (blöder Titel) bin ich auf etwas Erstaunliches gestoßen. Der Autor beschreibt einen Streit mit seiner Frau wegen “Schindlers Liste”. Er behauptete, dass er den Film hasste, sie meinte, er hätte ihn geliebt. Also liehen sie sich den Film aus und schauten ihn nochmal an. Und da fiel dem Autor auf, was ihn gestört hatte: Die allerletzte Szene, in der die Schaupsieler und Mitarbeiter des Films auf Oskar Schindlers Grab in Israel Steine ablegen. Die fand er aufdringlich, rührselig und überflüssig. Die restlichen 98% des Films hatten ihm aber richtig gut gefallen. Das Hirn hat sich aber offenbar primär das letzte Gefühl gemerkt, es auf den ganzen Film übertragen und ihn als schlecht abgespeichert. Dass dieses Prinzip regelmäßig auftritt, wurde offensichtlich auch in Studien belegt. (1)
Ich habe mir deshalb vorgenommen, in Zukunft noch genauer darauf zu schauen, wie man den Zuseher aus dem Film entlässt. Wie baut man die Emotion am Ende auf? Was empfindet man ganz zum Schluss? Wie sehen die allerletzten Bilder aus? Das kann ja auch der Mundpropaganda des Films nicht schaden, denke ich.
Kennt ihr Filme, die ihr hasst, weil euch das Ende so missfallen hat, obwohl der Rest bis dorthin eigentlich gut war? (Mir fällt gerade keiner ein, das kann aber an einem ausgeprägten Verdrängungsmechanismus liegen…)
(1) Nachzulesen in: Gilbert, Daniel (2006): Ins Glück stolpern. Über die Unvorhersehbarkeit dessen, was wir uns am meisten wünschen. München: Riemann Verlag. S.329ff (Das Buch besteht im Grunde aus eloquent nacherzählten Ergebnissen psychologischer und soziologischer Studien, die erläutern, wie das Gehirn die Vorstellung von Glück herstellt.)
Wenn ich hier einige Kleinigkeiten ändere, was würdet ihr euch für diese Blogseite von Scriptalicious an zusätzlichen Features wünschen?
Auf meiner Liste steht:
Suchfeld
(Link zur) Kategorienliste
(Link zum) nach Monaten geordneten Archiv
So in etwa bis zur nächsten Berlinale soll es nicht nur hier im Blog sondern für die gesamte Seite ein paar kleine Änderungen geben, und eure Ideen sind mir sehr willkommen!
Ok, gebt mir kurz Zeit für eine kleine Selbstbeweihräucherung: In diesem Eröffnungsposting meiner kleinen Serie über das Pitchen habe ich folgendes geschrieben:
Ich habe mir die Pitches in Erinnerung gerufen, die nicht funktionierten. Und ich bin draufgekommen warum: Meistens lag es daran, dass die AutorInnen zu wenig über ihren Stoff wussten.
Und jetzt finde ich im Blog von Christopher Lockhart einen Artikel mit dem Titel “Some Advice On Pitching”. Und was steht da als Anweisung Nummer Eins? Genau:
Verschaffen wir doch dem umbenannten und neu ausgerichteten Kanal ZDFneo die Zuseher, die er verdient (nämlich viel mehr als bisher), indem wir alle 30 ROCK anschauen. Die Sitcom ist großartig und läuft immer mittwochs um 22.30h in Doppelfolgen.
Außerdem gibt es auf ZDFneo noch SPOOKS (mit Matthew MacFadyen und Hugh Laurie), IN PLAIN SIGHT und HUSTLE (eine Serie die mir grad neulich wärmstens empfohlen wurde) zu sehen.
Die BBC verlangt von Produktionsfirmen Strafzahlungen wegen Irreführung der Zuseher. Offenbar kam man drauf dass drei Reality Shows gar keine Realität abbilden, sondern nur so tun als ob.
Jetzt frage ich mich, wieso man da erst jetzt draufkommt. Dass das alles inszeniert ist, müsste doch mittlerweile vor allem den Fernsehsendern selbst bekannt sein, die ja solche Shows in Auftrag geben, oder nicht?
Andererseits sieht man hier wieder, dass das Thema Medienkompetenz immer noch sehr aktuell ist. Weswegen ich ja dafür bin, das verpflichtend in der Schule zu unterrichten.