Ich bin sicher nicht die einzige, die als Kind wieder und wieder das Buch “Wo die wilden Kerle wohnen” gelesen hat. Beziehungsweise vorgelesen bekam. Ich weiß noch, dass ich die Zeichnungen ein bisschen gruselig fand. Aber trotzdem schön und beeindruckend.
Spike Jonze hat nun einen Film daraus gemacht. Die Entstehungsgeschichte dieses Films war langwierig, wie man hier nachlesen kann. Der erste Trailer ist umso schöner. Ich sage nur: Das Gegenlicht! Die Wilden Kerle! So wunderbar!
Das perfekte Verbrechen durch das geschickte Ausnutzen einer deutschen Gesetzeslücke. Ein wirklich origineller Fall, muss ich neidlos anerkennen. Und noch dazu real. Wenn das kein Filmstoff ist.
Kennen Sie das? Sie kommen in den Besprechungsraum des Produktionsbüros, nachdem endlich die letzte Fassung des Drehbuchs (es war übigens die vierundzwanzigste) von allen Beteiligten abgenommen wurde, und beim Betreten des Raums sitzt da der Hauptdarsteller, und alle um ihn nicken nachdenklich. Nach kurzem Schweigen sagt jemand “Hm, stimmt. Vielleicht ist es ja wirklich eine gute Idee, wenn deine Filmkollegin am Midpoint stirbt und daraufhin dein Filmsohn in Gefahr gerät und die Geschichte nicht mit dem Happy End in Süditalien sondern mit einer Verfolgungsjagd über die Dächer Berlins endet.”
Wenn Sie das nicht kennen, sei Ihnen gratuliert, denn Sie waren noch nie in der Development Hell zu Gast. Und es sei ihnen versichert, dass das obige Beispiel nur eine ganz minimale Übertreibung eines realen Erlebnisses ist, das ich vor eineinhalb Jahren als Dramaturgin hatte.
Katharina Mückstein hat für ihr Drehbuch “Die Vereinigung” den Thomas-Pluch-Förderpreis gewonnen. Das freut mich ganz besonders, weil ich die Stoffentwicklung dramaturgisch begleitet habe.
Und “Kleine Fische“, den ich ebenfalls ein wenig dramaturgisch begleitet habe, war nicht nur der Eröffnungsfilm, sondern hat auch den Publikumspreis bekommen.
Außerdem gratuliere ich meinem ehemaligen Studienkollegen Bernhard Braunstein, der mit David Gross den Film “Pharao Bipolar” gemacht hat und damit den Preis der Diözese Graz-Seckau gewonnen hat. Und natürlich freue ich mich überhaupt für alle Gewinner, die man hier nachlesen kann (pdf-File).
So, der Koffer für Graz ist gepackt, und allen Daheimgebliebenen hinterlasse ich hier etwas zum Herumspielen: Die Menschen, die sich Nanocrowd nennen, haben angeblich die ultimative Suchmaschine für Filme kreiert. Ausprobieren lohnt sich, solange man Filme eintippt, die die Datenbank schon erfasst hat. Die Auswahlkriterien (aka Nanogenre) sind ganz lustig.
Vor ein paar Tagen ist mir diese unglaubliche Geschichte über einen Diamantendiebstahl untergekommen. Der spielte sich im Jahr 2003 in einem zehnfach gesichterten Tresorraum in Antwerpen ab. Der Wert der Diamanten betrug mindestens 100 Millionen Dollar.
Schon die Überschrift klang so abenteuerlich, dass man sofort an ein waschechtes Heist-Movie denken musste. Und heute lese ich, dass Paramount die Rechte an dem oben verlinkten Artikel gekauft hat und sich J.J. Abrams (Lost, Cloverfield) als Produzent und vielleicht auch als Regisseur an dem Projekt beteiligt. So schnell kanns gehen.
Jetzt ist schon wieder was passiert. Nämlich im Kino. Einen guten österreichischen Film habe ich gesehen. Aber von vorne: ich gehe ja vorwiegend bei Festivals ins Kino oder in die kleineren (englischsprachigen) Lichtspielhäuser. Und jetzt klarerweise: Totalschock. Weil wenn man nämlich am Kinodienstag zur Primetime in ein büronahes Cineplexx geht, um sich den Knochenmann anzuschauen, dann erlebt man einen veritablen Kulturschock.
Ich saß also in einem riesigen Saal voller zuspätkommender Menschen, neben mir ein stinkender Nachofresser, der die erste Hälfte mit der Nachoschüssel knisterte und sich danach vor Lachen an unmöglichsten Stellen (also: dauernd) so sehr schüttelte, dass die ganze Stuhlreihe bebte. Ich war sehr abgelenkt, bis der Film im letzten Drittel dermaßen die Schraube andreht, dass ich selbst den Nachofresser ausblenden konnte.
Jetzt aber: Der Film. Wolfgang Murnberger ist mit seiner dritten Wolf Haas Verfilmung etwas sehr Herausragendes gelungen. Und Josef Hader ist jetzt wirklich ein Charakterschauspieler, es ist eine Freude ihm zuzusehen. Überhaupt - die Besetzung: Bierbichler, Minichmayr, Erceg, Gryllus - alle sehr gut. Der Film ist geradliniger als Silentium, in den sich noch seltsame Wechsel im visuellen Tonfall eingeschlichen hatten. Der Knochenmann kommt böser, geerdeter, ungemütlicher daher. Natürlich muss man lachen. Aber sehr oft kann man es nicht mehr.
Die Geschichte selbst ist gut gebaut, mit einem langen Höhepunkt bei einem Maskenball, der seinesgleichen sucht. Und es geht dieses mal ja auch um die Liebe. Wobei ich gestehen muss: Die Minichmayr hat für mich so etwas latent Gefährliches an sich, dass ich es dem Brenner nicht wirklich gewünscht habe, dass das so wirklich was wird, mit der Liebe.
Aber ob das jetzt gut oder schlecht adaptiert ist kann ich nicht sagen, denn erstaunlicherweise erinnere ich mich fast nicht mehr an den Roman. Aber heute Abend kann ich ja nachlesen.
Der Film jedenfalls hinterlässt einen bleibenden Eindruck an Abgründigkeit, Unerhörtheit und guter Unterhaltung. Nur Backhendln mag man sich danach auf keinen Fall mehr einverleiben. Bei mir gibt es heute lieber Tofu mit Gemüse. Zur Sicherheit.
Leider finde ich jetzt gerade kein Bild von der Szene im Baader Meinhof Komplex, wo im Hintergrund ein Gebäude explodiert und im Vordergrund die Helden (a.k.a. Terroristen) so cool auf die Kamera zu gehen. Dafür weiß ich aber jetzt endlich, wie man diese Kameraeinstellung nennt, die in jedem zweiten Actionflm vorkommt: The Powerwalk! Beziehungsweise, wenns im Hintergrund explodiert: The Unflinching Walk.
(Dass ich genau wegen solcher Szenen mit dem Baader Meinhof Komplex nur wenig anfangen kann ist eine andere Geschichte. Das greift doch alles viel zu kurz. Eine “Revolution” mit so vielen Toten erklärt sich meines Erachtens nicht durch Girls With Guns And Cigarettes. Aber egal. Ich schaue mir lieber Blackbox BRD nochmal an.)
Hier ein erster Eindruck von Kleine Fische (Drehbuch: Marco Antoniazzi und Gregor Stadlober, Regie: Marco Antoniazzi), dessen Drehbucharbeit ich ein wenig dramaturgisch begleitet habe.
Der Film eröffnet am 17.3. die Diagonale in Graz und läuft am 20.3. in den österreichischen Kinos an. Und wer meinen Cameoauftritt als Blumenhändlerin sehen will muss natürlich sowieso hingehen.
Apropos Diagonale: Ich werde von 19. bis 22.3. dort sein. Wer mich treffen möchte, kann mich hier erreichen.
Edit: Die Werbemaschinerie für Kleine Fische rollt nun voll an, und der Produzent selbst legt sich ins Zeug: Hier anschauen und gewinnen!
Wer hätte das gedacht: Ich bin endlich zu einem Eintrag in der Internet Movie Database gekommen. Trotz ungefähr 40 dramaturgischen Projektbetreuungen in den letzten fünf Jahren und vielen kleineren dramaturgischen Einsätzen hatte ich es nämlich nie geschafft, gelistet zu werden. Das liegt vermutlich daran, dass für die Imdb ausschließlich die Credits zählen und man sich nicht selbst eintragen kann (zumindest ist es mir trotz mehrerer Anläufe nicht gelungen). Und die Credits sind bei Fernsehproduktionen spärlich, da gibt es nie Platz für die Script Consultants, und man fühlt sich dann eben zwangsläufig durch das Firmenlogo am Ende repräsentiert.
Aber jetzt: Bei der Alpenklinik IV ist mir die Ehre des Credits zugefallen. Und das Lustigste ist folgendes: Ich habe noch einen Credit. Und zwar als Schauspielerin beim Film Kleine Fische (aufmerksame LeserInnen erinnern sich an das denkwürdige Ereignis), den ich auch ein bisschen dramaturgisch betreut habe.